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Relaunch-Checkliste: Alle Aufgaben für Ihren Website-Relaunch, von der Analyse bis zur Kontrolle danach

Elf Phasen, jede mit einer Liste zum Abhaken: Diese Relaunch-Checkliste führt Sie von der Bestandsaufnahme bis zur Kontrolle in den Wochen nach dem Livegang.

Person schreibt eine Liste

Ein Website-Relaunch besteht aus Hunderten kleiner Entscheidungen. Die meisten sind unkritisch, einige wenige entscheiden darüber, ob Ihre neue Website ab dem ersten Tag Anfragen bringt oder erst einmal Sichtbarkeit bei Google verliert. Diese Relaunch-Checkliste ordnet alle Aufgaben in elf Phasen, die Sie mit Ihrem Team oder Ihrer Agentur Punkt für Punkt abarbeiten können.

Die Relaunch-Checkliste im Überblick

Die Reihenfolge der Phasen hat einen Grund. Wer mit dem Design beginnt, bevor klar ist, welche Seiten und Inhalte es braucht, baut doppelt. Wer die Weiterleitungen erst am Tag des Livegangs plant, riskiert Rankings. Jede Phase liefert deshalb ein greifbares Ergebnis, auf dem die nächste aufbaut.

PhaseKernfrageErgebnis
1. AnalyseWas haben wir heute, und was davon funktioniert?URL-Liste mit Daten zu Traffic, Rankings, Links und Anfragen
2. ZieleWas soll die neue Website besser machen?Messbare Ziele, Budget, Zeitplan, Zuständigkeiten
3. InhalteWelche Inhalte kommen mit?Content-Audit mit einer Entscheidung je URL
4. StrukturWo findet ein Besucher was?Seitenbaum, Navigation, URL-Schema
5. DesignWie sieht die Website aus, und wie führt sie?Freigegebene Entwürfe und Bausteine
6. TechnikWorauf läuft die Website?Fertig entwickelte Seite auf einer geschützten Testumgebung
7. SEO-SicherungWie nehmen wir die Rankings mit?Vollständiger Weiterleitungsplan und SEO-Abnahme
8. BarrierearmutKönnen alle Menschen die Website nutzen?Geprüfte Kriterien nach WCAG 2.2, Stufe AA
9. TestsFunktioniert wirklich alles?Abnahmeprotokoll ohne offene kritische Punkte
10. LivegangWie schalten wir sicher um?Neue Website online, Weiterleitungen aktiv
11. KontrolleHat der Relaunch funktioniert?Monitoring über mindestens acht Wochen und ein Fazit

Nicht jeder Punkt gilt für jede Website. Ein Handwerksbetrieb mit 25 Seiten braucht keine Auswertung von Server-Logfiles, ein Onlineshop mit Tausenden Produkten dagegen schon. Streichen Sie, was nicht passt, aber streichen Sie bewusst. Tragen Sie außerdem hinter jeden Punkt ein, wer ihn erledigt: Sie, Ihr Team oder die Agentur. Lücken entstehen oft schlicht, weil sich niemand zuständig fühlt.

Phase 1: Analyse und Bestandsaufnahme

Bevor Sie Neues planen, halten Sie fest, was die alte Website heute leistet. Diese Daten brauchen Sie zweimal: für die Entscheidung, welche Inhalte mitkommen, und nach dem Livegang als Vergleichswert. Ist die alte Website erst einmal abgeschaltet, lässt sich ein Verlust weder erkennen noch beheben.

  • Alle URLs der alten Website sammeln, und zwar aus mehreren Quellen: Crawl mit einem SEO-Crawler, XML-Sitemap, Seiten-Bericht der Google Search Console, Einstiegsseiten aus der Webanalyse und Linkziele aus einem Backlink-Tool. Jede Quelle findet Seiten, die den anderen fehlen.
  • PDFs, Bilder mit Besuchern aus der Bildersuche und alte Kampagnen-URLs in die Liste aufnehmen
  • Leistungsdaten aus der Search Console exportieren: Klicks, Impressionen und Positionen je Seite und je Suchbegriff, möglichst für die vollen 16 Monate, die der Bericht speichert
  • Rankings der wichtigsten Keywords festhalten, am besten mit einem Tool, das den Verlauf speichert, zum Beispiel Sistrix
  • Backlinks exportieren und die Seiten mit den meisten verweisenden Domains markieren
  • Conversions je Seite erfassen: Formularanfragen, Anrufe, Bestellungen, Bewerbungen
  • Den vollständigen Crawl der alten Website speichern, mit Seitentiteln, Beschreibungen, H1, Canonicals und Statuscodes
  • Den technischen Stand dokumentieren: CMS-Version, Plugins oder Erweiterungen, Hosting, Ladezeit und Core Web Vitals
  • Ein komplettes Backup von Dateien und Datenbank anlegen und an einem zweiten Ort ablegen
  • Alle Zugänge prüfen und sichern: Hosting, Domain und DNS, CMS, Search Console, Analytics, Tag Manager und Google Unternehmensprofil
  • Vertrieb und Kundenservice fragen, welche Fragen Kunden immer wieder stellen und was sie auf der Website vermissen

Wie Sie diese Daten aus Sicht der Suchmaschinenoptimierung auswerten, beschreibt der Artikel Relaunch und SEO ausführlich.

Phase 2: Ziele, Rahmen und Zuständigkeiten

Ein Relaunch ohne klares Ziel wird am Ende nach Geschmack beurteilt. Legen Sie deshalb fest, woran Sie den Erfolg messen, und schreiben Sie die heutigen Werte daneben. Welche Kennzahlen zu welchen Zielen passen, haben wir auf der Seite zum Website-Relaunch zusammengestellt.

  • Zwei bis drei Hauptziele formulieren, zum Beispiel mehr Anfragen über das Formular, bessere Sichtbarkeit für eine bestimmte Leistung oder weniger Aufwand bei der Pflege
  • Für jedes Ziel eine Kennzahl und den heutigen Ausgangswert notieren
  • Zielgruppen und ihre wichtigsten Aufgaben auf der Website beschreiben: Was will ein Besucher erledigen?
  • Entscheiden, ob ein Redesign reicht oder ein vollständiger Relaunch mit neuer Struktur und Technik nötig ist
  • Budget festlegen und einen Puffer für Unvorhergesehenes einplanen
  • Entscheider benennen und klären, wer Freigaben erteilt
  • Zuständige für Texte, Bilder, Rechtstexte und Technik festlegen, mit Vertretung für Urlaubszeiten
  • Zeitplan mit Meilensteinen aufstellen und den Livegang außerhalb Ihrer Hauptsaison legen
  • Anforderungen in einem Briefing sammeln: Funktionen, Schnittstellen, Formulare, Zugänge für Redakteure
  • Das System festlegen, etwa WordPress oder Webflow, und die Wahl mit den Anforderungen begründen

Die Systemfrage beantwortet der Vergleich Webflow oder WordPress. Wer von einem älteren CMS kommt, findet Hinweise in den Artikeln Von TYPO3 zu WordPress und Von WordPress zu Webflow.

Phase 3: Inhalte und Content-Audit

Im Content-Audit bekommt jede bestehende URL eine Entscheidung: behalten, überarbeiten, zusammenführen oder löschen. Grundlage sind die Daten aus Phase 1. Eine Seite mit wenig Traffic kann trotzdem wichtig sein, wenn sie Anfragen für eine gut bezahlte Leistung bringt. Entscheiden Sie deshalb nie nach einer einzigen Zahl.

Praktisch ist eine Tabelle, die gleichzeitig Audit und Weiterleitungsplan ist. Diese Spalten reichen für die meisten Websites:

SpalteInhalt
Alte URLVollständige Adresse inklusive Protokoll
SeitentypLeistung, Ratgeber, Referenz, Stellenanzeige, Rechtliches
Klicks und ImpressionenAus der Search Console, mindestens die letzten zwölf Monate
Wichtigste KeywordsEin bis drei Suchbegriffe, für die die Seite rankt
BacklinksAnzahl der verweisenden Domains
ConversionsAnfragen oder Verkäufe, die über die Seite kamen
EntscheidungBehalten, überarbeiten, zusammenführen oder löschen
Neue URLZiel der Weiterleitung oder Vermerk „410“
ZuständigWer den Inhalt liefert oder überarbeitet
  • Jede URL aus der Liste bewerten und eine Entscheidung eintragen
  • Gut rankende Texte nicht kürzen, nur weil das neue Design weniger Platz vorsieht
  • Seiten mit fast gleichem Thema zu einer starken Seite zusammenführen
  • Inhaltslücken notieren: Fragen, die Kunden stellen und die die Website bisher nicht beantwortet
  • Jeder wichtigen Seite ein Haupt-Keyword und eine Suchintention zuordnen, damit sich Seiten nicht gegenseitig Konkurrenz machen
  • Einen Redaktionsplan mit Fristen für neue und überarbeitete Texte aufstellen
  • Bilder sichten: eigene Fotos, lizenzierte Bilder und neu benötigte Grafiken, jeweils mit Nachweis der Nutzungsrechte
  • Impressum, Datenschutzerklärung und weitere Rechtstexte von Ihrem Anwalt oder Datenschutzbeauftragten prüfen lassen
  • Einen Stichtag festlegen, ab dem auf der alten Website nichts mehr geändert wird

Weil fehlende Inhalte ein häufiger Grund für Verzögerungen sind, planen Sie die Texte am besten parallel zu Struktur und Design. Tipps zum Schreiben gibt der Artikel Website-Texte schreiben.

Phase 4: Struktur, Navigation und URLs

Die Struktur entscheidet, ob Besucher finden, was sie suchen, und ob Google versteht, welche Seiten wichtig sind. Legen Sie sie fest, bevor die Gestaltung beginnt. Aus Sicht der Sichtbarkeit ist die Frage, ob URLs gleich bleiben, wichtiger als jede Designentscheidung.

  • Seitenbaum aufstellen: Welche Seiten gibt es, und wie hängen sie zusammen?
  • Hauptnavigation auf wenige, klar benannte Punkte beschränken und die Begriffe Ihrer Kunden verwenden
  • Wichtige Leistungsseiten mit wenigen Klicks von der Startseite erreichbar machen
  • Ein URL-Schema festlegen: Kleinbuchstaben, Bindestriche, ohne Dateiendungen, Datumsangaben oder Parameter
  • Bestehende URLs beibehalten, wo die neue Struktur es zulässt. Jede URL, die gleich bleibt, braucht keine Weiterleitung.
  • Seitentypen und Vorlagen auflisten, etwa Leistungsseite, Ratgeberartikel, Referenz und Kontakt
  • Für jede Seite ein Ziel und einen nächsten Schritt festlegen, zum Beispiel Anruf, Formular oder Terminbuchung
  • Interne Verlinkung planen: Welche Seiten verweisen auf die wichtigsten Leistungsseiten?
  • Wireframes für die wichtigsten Seiten erstellen und mit echten Inhalten füllen

Phase 5: Design und Nutzerführung

Das Design übersetzt Ihre Marke und die Struktur in eine Oberfläche. Gutes Webdesign sieht ansprechend aus, führt Besucher zu einer Handlung und funktioniert zuerst auf dem Smartphone.

  • Corporate Design als Grundlage nutzen: Logo, Farben, Schriften, Bildsprache
  • Entwürfe zuerst für das Smartphone anlegen, dann für größere Bildschirme
  • Mit echten Texten gestalten statt mit Blindtext, damit Längen und Gewichtung stimmen
  • Wiederkehrende Bausteine definieren: Buttons, Formulare, Karten, Tabellen, Zitate
  • Zustände mitgestalten: Hover, sichtbarer Tastaturfokus, Fehlermeldungen, leere Suchergebnisse
  • Kontraste und Schriftgrößen schon im Entwurf prüfen, nicht erst nach der Umsetzung
  • Vertrauenselemente einplanen: Ansprechpartner mit Foto, Referenzen, sichtbare Kontaktwege
  • Formulare so kurz wie möglich halten
  • Freigabe der Entwürfe schriftlich festhalten

Soll die Marke selbst überarbeitet werden, planen Sie das als eigenen Schritt vor dem Webdesign ein. Mehr dazu unter Corporate Design und UX- und UI-Design.

Phase 6: Technik und Entwicklung

In der Entwicklung entsteht die neue Website auf einer Testumgebung, auch Staging genannt. Hier fallen die Entscheidungen, die später über Ladezeit, Sicherheit und Pflegeaufwand bestimmen.

  • Testumgebung per Passwort schützen. Eine Sperre in der robots.txt allein verhindert nicht, dass Adressen im Google-Index auftauchen.
  • Hosting prüfen: Serverstandort, aktuelle PHP-Version, Backups, Caching und genug Leistung für Lastspitzen
  • Ein schlankes Theme verwenden und auf schwere Page Builder verzichten, wo es geht
  • Performance-Ziele festlegen: LCP höchstens 2,5 Sekunden, INP höchstens 200 Millisekunden, CLS höchstens 0,1
  • Bilder in modernen Formaten wie WebP oder AVIF und in passenden Größen ausliefern
  • Nur die Plugins oder Erweiterungen installieren, die wirklich gebraucht werden
  • Sicherheit einrichten: Updates, starke Passwörter, Zwei-Faktor-Anmeldung, Benutzerrollen mit nur den nötigen Rechten
  • Formulare mit Spamschutz bauen und die Zustellung der E-Mails testen
  • Webanalyse und Conversion-Ziele auf der neuen Website einrichten
  • Das Consent-Tool technisch so einrichten, dass Dienste erst nach Zustimmung laden. Welche Dienste eine Einwilligung brauchen, klären Sie mit Ihrem Datenschutzbeauftragten.
  • Strukturierte Daten für Organisation, Artikel oder Leistungen einbauen, wo es passt
  • Eine hilfreiche Fehlerseite gestalten, die den Statuscode 404 liefert
  • Redaktionsrollen anlegen und eine Schulung für die Pflege einplanen

Die Grenzwerte der Ladezeit erklärt der Artikel Core Web Vitals, Hinweise zur Auswahl von Erweiterungen finden Sie unter WordPress-Plugins. Wie wir Server und Schutz bei WordPress angehen, lesen Sie unter WordPress-Hosting und WordPress-Sicherheit. Strukturierte Daten erklärt der Artikel Strukturierte Daten.

Phase 7: SEO-Sicherung und Weiterleitungsplan

Ob Ihre Rankings den Relaunch überstehen, hängt vor allem an dieser Phase. Google verbindet Rankings, Links und Signale mit einzelnen URLs. Ändert sich eine URL ohne Weiterleitung, beginnt die neue Seite bei null, und Besucher über alte Links landen auf einer Fehlerseite.

Der Weiterleitungsplan ordnet jeder alten URL die passende neue zu. Technisch geschieht das über die 301-Weiterleitung, eine dauerhafte Umleitung per Statuscode. Wie Sie sie auf Apache, nginx, in WordPress oder Webflow einrichten, zeigt der Artikel 301-Weiterleitung.

  • Für jede alte URL mit Traffic, Rankings oder Backlinks ein passendes neues Ziel festlegen
  • Inhaltlich passend weiterleiten, nicht pauschal auf die Startseite. Google wertet solche Sammelweiterleitungen oft wie eine Fehlerseite.
  • Seiten ohne Nachfolger bewusst mit dem Statuscode 410 entfernen, statt sie auf ein unpassendes Ziel umzuleiten
  • Varianten abdecken: http und https, mit und ohne www, mit und ohne Schrägstrich am Ende, Groß- und Kleinschreibung, alte Parameter-URLs
  • Weiterleitungen aus früheren Relaunches so anpassen, dass sie direkt auf das neue Ziel zeigen und keine Ketten entstehen
  • Den Plan auf der Testumgebung mit der vollständigen Liste alter URLs prüfen
  • Seitentitel, Meta-Beschreibungen und H1 der wichtigen Seiten übernehmen oder bewusst verbessern
  • Canonical-Tags prüfen: Sie müssen auf die Live-Domain zeigen, nicht auf die Testumgebung
  • Interne Links auf die neuen Ziel-URLs setzen, nicht auf Adressen, die erst weiterleiten
  • Eine XML-Sitemap vorbereiten, die nur erreichbare und indexierbare Seiten enthält
  • Die robots.txt für den Livegang vorbereiten und darin auf die Sitemap verweisen
  • Bestehende strukturierte Daten übernehmen
  • Die Search Console als Domain-Property per DNS bestätigen, damit die Bestätigung den Umzug übersteht

Ein Relaunch ist auch ein guter Moment, die Website für KI-Suchsysteme lesbar zu machen: klare Antworten auf Kundenfragen, eindeutige Angaben zum Unternehmen und saubere strukturierte Daten. Mehr dazu im Artikel Generative Engine Optimization.

Phase 8: Barrierearmut nach WCAG 2.2

Barrierefreiheit lässt sich beim Relaunch deutlich einfacher umsetzen als nachträglich. Für viele Unternehmen ist das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) der Anlass, sich damit zu beschäftigen. Ob und wie es für Ihr Angebot gilt, klären Sie mit Ihrem Anwalt, Ihrer IHK oder Kammer. Technisch ist das Ziel eine barrierearme Website nach WCAG 2.2 auf Stufe AA.

  • Kontraste: mindestens 4,5 zu 1 für normalen Text, mindestens 3 zu 1 für großen Text sowie für Bedienelemente und Grafiken mit Aussage
  • Alle Funktionen per Tastatur bedienbar, mit gut sichtbarem Fokus, der nicht von Bannern oder festen Kopfzeilen verdeckt wird
  • Logische Überschriftenstruktur, in der Regel mit einer H1 pro Seite
  • Aussagekräftige Alternativtexte für informative Bilder, leere Alternativtexte für reine Dekoration
  • Formulare mit sichtbaren Beschriftungen und verständlichen Fehlermeldungen
  • Klickflächen mindestens 24 mal 24 Pixel groß oder mit ausreichend Abstand zueinander
  • Informationen nie nur über Farbe vermitteln
  • Inhalte bei 200 Prozent Zoom und bei 320 Pixel Breite ohne seitliches Scrollen nutzbar
  • Sprache der Seite im Code angegeben
  • Videos mit Untertiteln
  • Stichproben mit einem Screenreader und nur mit der Tastatur durchführen

Die Kriterien im Detail erklärt der Artikel WCAG, gute Bildbeschreibungen der Artikel Alt-Text. Wenn Sie wissen möchten, wo Ihre heutige Website steht, hilft die technische Prüfung im BFSG-Check. Wie wir barrierearme Websites umsetzen, lesen Sie unter Barrierefreie Website.

Phase 9: Test vor dem Livegang

Testen Sie auf der Testumgebung so, als wäre die Website schon live. Spielen Sie dabei neben einzelnen Seiten auch die Aufgaben Ihrer Besucher durch: eine Anfrage stellen, eine Leistung finden, eine Stellenanzeige öffnen.

  • Darstellung in aktuellen Browsern und auf echten Geräten prüfen, vor allem auf Smartphones
  • Alle Formulare abschicken: Kommt die Anfrage an, erhält der Absender eine Bestätigung, greift der Spamschutz?
  • Die Testumgebung crawlen und defekte Links, Fehlerseiten und fehlende Seitentitel beheben
  • Die komplette Liste alter URLs gegen die Weiterleitungsregeln testen
  • Tracking prüfen: Werden Seitenaufrufe und Conversions erfasst, und berücksichtigt das Tracking die Auswahl im Consent-Banner?
  • Performance mit PageSpeed Insights oder Lighthouse messen, soweit die Testumgebung das zulässt
  • Barrierearmut mit Tools und von Hand prüfen
  • Alle Texte Korrektur lesen, auch Buttons, Fehlermeldungen und automatische E-Mails
  • Suchfunktion, Filter, Downloads und eingebettete Inhalte wie Karten oder Videos testen
  • Einen Plan für den Notfall festlegen: Wie kommt die alte Website zurück, falls etwas Grundlegendes schiefgeht?
  • Abnahme mit allen Entscheidern durchführen und offene Punkte protokollieren

Ein fester Termin ist kein Grund, ungetestet live zu gehen. Verschieben Sie den Livegang lieber um eine Woche, als mit fehlerhaften Weiterleitungen oder defekten Formularen zu starten.

Phase 10: Livegang

Wählen Sie für den Livegang einen Werktag am Vormittag, an dem alle Beteiligten erreichbar sind. Ein Freitagnachmittag oder der Tag vor einem Feiertag ist ungeeignet, weil Fehler dann über Tage unbemerkt bleiben. Stimmen Sie den Termin auch mit Vertrieb und Marketing ab, damit keine Kampagne auf eine halbfertige Seite zeigt.

  1. Vorbereitung am Vortag

    Inhalte auf der alten Website einfrieren und ein letztes vollständiges Backup anlegen. Wechseln Server oder Hosting, senken Sie die TTL der DNS-Einträge schon ein bis zwei Tage vorher, damit die Umstellung schneller überall ankommt.

  2. Umschalten

    Die neue Website auf den Live-Server bringen oder die Domain umstellen, das SSL-Zertifikat prüfen und die Weiterleitungen aktivieren.

  3. Sperren entfernen

    Passwortschutz, noindex und Sperren in der robots.txt aus der Entwicklung entfernen. Dieser Schritt wird leicht vergessen und macht die neue Website für Google unsichtbar.

  4. Stichproben

    Startseite, wichtige Leistungsseiten und die alten Top-URLs aufrufen: Laden die Seiten, greifen die Weiterleitungen, stimmen Canonicals und Seitentitel?

  5. Search Console

    Die Bestätigung prüfen, die neue XML-Sitemap einreichen und die wichtigsten Seiten über die URL-Prüfung zur Indexierung anmelden. Bei einem Domainwechsel zusätzlich die Funktion zur Adressänderung nutzen.

  6. Tracking und Formulare

    Den Echtzeitbericht der Webanalyse öffnen, eine Testanfrage abschicken und prüfen, ob sie ankommt und als Conversion gezählt wird.

  7. Crawl der alten URLs

    Die komplette Liste alter URLs crawlen. Jede muss in einem einzigen Schritt auf ein Ziel mit Statuscode 200 führen oder bewusst 410 liefern.

  8. Bekanntmachen

    Erst wenn alles läuft, Kunden, Partner und Mitarbeitende informieren. Bitten Sie Partner, die auf Sie verlinken, ihre Links auf die neuen Adressen zu ändern. Passen Sie außerdem die Website-Adresse im Google Unternehmensprofil, in Branchenverzeichnissen und in E-Mail-Signaturen an, falls sie sich ändert.

Phase 11: Kontrolle nach dem Livegang

Nach dem Livegang beginnt die wichtigste Beobachtungsphase. Schwankungen im Ranking sind in den ersten Wochen normal, weil Google die Seiten neu crawlt und bewertet. Fehler sollten Sie in dieser Zeit schnell finden und beheben, bevor sie sich festsetzen.

ZeitraumWas Sie prüfenWerkzeug
Tag 1 bis 3404-Fehler, Weiterleitungen, Serverfehler, Formulare, TrackingSEO-Crawler, Search Console, Webanalyse, Server-Logfiles
Woche 1Indexierung der neuen URLs, Status der Sitemap, Crawling-FehlerBerichte zur Seitenindexierung und zu Sitemaps in der Search Console
Woche 2 bis 8Klicks, Impressionen und Positionen der Top-Seiten im Vergleich zur Zeit vor dem RelaunchLeistungsbericht der Search Console, Ranking-Tool
Nach 3 MonatenZiele aus Phase 2: Anfragen, Conversion-Rate, Ladezeit, PflegeaufwandWebanalyse, Bericht zu den Core Web Vitals, Rückmeldung des Teams
  • In den ersten Tagen täglich neue 404-Fehler prüfen und fehlende Weiterleitungen ergänzen
  • Top-Seiten einzeln vergleichen: Welche Seite verliert Klicks, und warum?
  • Anfragen zählen und mit dem Ausgangswert vergleichen
  • Core Web Vitals der Live-Website prüfen, sobald Felddaten vorliegen
  • Weiterleitungen mindestens ein Jahr bestehen lassen, besser dauerhaft
  • Rückmeldungen von Kunden und Team sammeln und gezielt nachbessern
  • Nach drei Monaten ein Fazit ziehen: Welche Ziele sind erreicht, was folgt als Nächstes?

Auch nach dem Relaunch braucht die Website Pflege: Regelmäßige Updates, Backups und kleine Verbesserungen halten sie aktuell und sicher. Bei WordPress übernimmt das auf Wunsch die WordPress-Wartung.

Wer macht was? Aufgaben zwischen Unternehmen und Agentur

Auch wenn eine Agentur den Relaunch umsetzt, bleiben Aufgaben bei Ihnen. Eine klare Aufteilung verhindert, dass Punkte zwischen den Stühlen liegen bleiben.

AufgabeIhr UnternehmenAgentur
Ziele und BudgetFestlegen und freigebenBeraten, Kennzahlen vorschlagen
ZugängeBereitstellenSicher verwalten
InhalteFachwissen, Freigaben, oft Texte und FotosStruktur, Texte nach Absprache, SEO
RechtstexteVon Anwalt oder Datenschutzbeauftragtem prüfen lassenTechnisch einbinden
DesignFeedback und FreigabeEntwürfe und Umsetzung
Technik und WeiterleitungenPlan freigebenPlanen, umsetzen, testen
LivegangTermin abstimmen, erreichbar seinUmstellen, prüfen, überwachen
Nach dem LivegangAnfragen beobachten, Rückmeldung gebenFehler beheben, Rankings und Sichtbarkeit überwachen

Wie ein Webprojekt insgesamt abläuft, beschreibt der Artikel Ablauf eines Webprojekts. Welche Faktoren die Kosten bestimmen, lesen Sie unter Was kostet eine Website?

Relaunch mit Begleitung

Ihre Checkliste, gemeinsam abgearbeitet

Sie möchten die Checkliste nicht allein abarbeiten? Wir planen und begleiten Ihren Website-Relaunch von der Bestandsaufnahme bis zum Monitoring, mit festen Mitarbeitenden und ohne Subunternehmer. Nach dem kostenlosen Erstgespräch erhalten Sie innerhalb von drei Werktagen ein Festpreisangebot. Wenn Sie vorher wissen möchten, wo Ihre heutige Website steht, fordern Sie unseren kostenlosen Website-Check an.

Häufige Fragen

Was gehört in eine Relaunch-Checkliste?

Eine vollständige Checkliste deckt elf Phasen ab: Analyse, Ziele, Content-Audit, Struktur, Design, Technik, SEO-Sicherung mit Weiterleitungsplan, Barrierearmut, Tests, Livegang und Kontrolle danach. Besonders wichtig sind die gesicherten Ausgangsdaten und ein vollständiger Weiterleitungsplan, weil sich Fehler dort direkt auf Rankings und Anfragen auswirken.

Wann sollte ich mit der Checkliste beginnen?

Mit dem ersten Projekttag. Die Analyse und die Ziele gehören vor das Design, der Weiterleitungsplan muss vor dem Ende der Entwicklung stehen, damit er auf der Testumgebung geprüft werden kann. Wer erst kurz vor dem Livegang mit der Checkliste startet, kann Versäumnisse aus den frühen Phasen kaum noch aufholen.

Welcher Punkt ist der wichtigste?

Der Weiterleitungsplan. Er sorgt dafür, dass alte URLs mit Rankings, Traffic oder Backlinks auf die passende neue Seite führen. Fast genauso wichtig sind die Daten von vorher, denn ohne sie erkennen Sie nach dem Livegang weder Verluste noch Erfolge.

Kann ich die Checkliste ohne Agentur nutzen?

Ja. Viele Punkte, etwa Ziele, Inhalte und Tests, erledigen Sie ohnehin selbst. Für Serverregeln, Crawls und die technische SEO-Prüfung brauchen Sie aber Fachwissen oder Unterstützung. Wenn Sie unsicher sind, lassen Sie zumindest den Weiterleitungsplan und die Prüfung vor dem Livegang von jemandem mit Relaunch-Erfahrung begleiten.

Wie lange sollte ich die Website nach dem Relaunch beobachten?

Die ersten Tage täglich, danach mindestens acht Wochen lang regelmäßig. Nach etwa drei Monaten lohnt sich ein Fazit anhand der Ziele aus der Planungsphase. Die Weiterleitungen sollten mindestens ein Jahr bestehen bleiben, besser dauerhaft.

Brauche ich für ein Redesign dieselbe Checkliste?

Nur teilweise. Bleiben bei einem Redesign URLs, Inhalte und System gleich, entfallen der Weiterleitungsplan und ein großer Teil der SEO-Sicherung. Design, Barrierearmut, Tests und die Kontrolle nach dem Livegang sollten Sie trotzdem abarbeiten.

Erzählen Sie uns von Ihrem Projekt.

Ein Gespräch von 30 Minuten, kostenlos. Danach wissen Sie, was Ihre Website braucht, was sie kostet und wie lange es dauert.

Dominik Plaszewski

Dominik PlaszewskiGeschäftsführer
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